Kommunales Kino: Die Termine im März
2 Mrz 2010 | Von Till | Kategorie: Kunst und Kultur03. März 2010 Nokan – Die Kunst des Ausklangs
Der Cellist Kobayashi kehrt nach der Auflösung seines Tokioter Orchesters in seinen nordjapanischen Heimatort zurück und nimmt dort einen Job als „Reiseleiter“ an. Es handelt sich jedoch um „letzte“ Reisen: die Firma ist ein Bestattungsinstitut. Der mit dem Auslands-Oscar 2009 ausgezeichnete Film präsentiert einfühlsam das Wirken der Bestatter und zeigt, wie wichtig das Ritual des Aufbahrens für die Trauerbewältigung der Hinterbliebenen ist. Beeindruckende Darstellung eines großen Tabu-Themas.
Japan 2008, Regie: Yojiro Takita, Darsteller: Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue, Tsutomu Yamazaki, ab 12, 130 min
10. März 2010 Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte
Michael Moore meldet sich zurück; diesmal mit einer fundamentalen Kritik am kapitalistischen System an sich. Er präsentiert die Opfer, die nach dem Verlust ihres Hauses in Zelt oder Wohnwagen kampieren und die Täter (Notenbankpräsidenten und andere). Moores polemischer Ritt ist gewohnt einseitig, aber wie immer gut recherchiert. Rasante Collage aus Interviews, historischem Filmmaterial und dokumentarischen Aufnahmen, die zeigt, welchen Preis Amerika für seine Liebe zum Kapitalismus zu zahlen bereit ist.
USA 2009, Regie: Michael Moore, Dokumentation, ab 6, 120 min
17. März 2010 Nord
Der norwegische Skilift—Wärter Jomar war früher ein bekannter Skirennläufer, ist aber nach einem Unfall, der seine Karriere beendete, vom Wege abgekommen und dem Alkohol verfallen. Als er erfährt, daß er mit seiner früheren Freundin einen gemeinsamen Sohn hat, setzt er sich auf sein Schneemobil und fährt los, um die beiden (am Polarkreis) aufzusuchen. Langsames Road-Movie mit skurrilen Charakteren und trockenen humorigen Dialogen – typisch skandinavisch.
Norwegen 2009, Regie: Rune Denstad Langlo, Darsteller: Anders Baasmo Christiansen, Kyrre Hellum, Celine Engebrigtsen, ohne Altersbeschränkung, 78 min
24. März 2010 Seraphine
Die in der französischen Provinz lebende Putzfrau Seraphine Louis ist zugleich auch Malerin. Ernst genommen wird sie aber nur von dem zugezogenen deutschen Kunstsammler Wilhelm Uhde, der sofort ihr Talent erkennt und sie groß herausbringen will. Der Erste Weltkrieg sowie die große Weltwirtschaftskrise nach 1929 verhindern dies jedoch. Von Wahnvorstellungen gepeinigt, stirbt Seraphine vergessen in einer Nervenheilanstalt. Yolande Moreau und Ulrich Tukur verkörpern die beiden Protagonisten in herausragender Weise.
Frankreich 2008, Regie: Martin Provost, Darsteller: Yolande Moreau, Ulrich Tukur, ohne Altersbeschränkung, 125 min
31. März 2010 Whatever works
Woody Allen ist nach diversen filmischen Ausflügen nach Europa zurück in New York. Er variiert erneut sein Lieblingsthema, die Liebes- und sonstigen Beziehungen seiner Mitmenschen. Diesmal im Mittelpunkt: der im Leben gescheiterte Physik-Professor Boris Yellnikoff, bei dem sich eines schönen Tages die junge Schönheit Melody einquartiert. Und dann tauchen auch noch die Eltern der jungen Dame aus der Provinz auf…Anheimelnd altmodische Komödie mit typisch skurrilem Allen-Humor.
USA 2009, Regie: Woody Allen, Darsteller: Larry David, Even Rachel Wood, Patricia Clarkson, ohne Altersbeschränkung, 92 min
Quelle: Kommunales Kino Bremerhaven




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