Standfeste Liberale

Die FDP in Nordrhein-Westfalen hat dem rotgrünen Haushalt die Gefolgschaft verwehrt und sich damit aller Voraussicht nach selbst aus dem Landtag gekegelt. Denn bei den jetzt wohl anstehenden Neuwahlen werden die Liberalen wohl an der 5%-Hürde scheitern.

Verzockt? Nein, ganz sicher nicht. Ich muss zugeben, dass ich gerade jetzt einen riesen Respekt vor der FDP habe. Es gehört eine Menge Überzeugung dazu, eine solche Entscheidung auch dann zu treffen, wenn man um die für sich schlimmen Folgen weiß. Charakter in der Politik? Wird immer eingefordert, die FDP hat ihn jetzt gezeigt. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Man hätte es sich auch einfach machen und umfallen können.

Ich drücke den Liberalen allein schon wegen ihrer Standhaftigkeit die Daumen, dass es mit dem Wiedereinzug klappt.

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Der Zoo wächst: Madame und Monsieur sind da

Monsieur voraus!Das heutige Lebenszeichen vom togo beinhaltet ein Update der Population unseres kleinen Reiches. Seit gestern ist die nämlich um 2 angewachsen. Zwei Stockenten haben unseren kleinen Gartenteich als Domizil erkoren. Die registrierte Einwohnerschaft im Chrill-Land beträt jetzt also 15.

Die Vorhut bei der Landnahme bildete Madame. Die weibliche Stockente testete den Teichkräftig an, bevor sich entschied, dass das junge Paar hier gut aufgehoben sei. Recht bald holte sie ihren Partner nach: Monsieur. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist es den beiden mittlerweile ziemlich egal, ob einer von uns oder sogar Juri im Garten umherläuft. Sie schwimmen rum, gründeln, putzen sich – und nachdem Monsieur seiner Madame vorhin sogar auf den Rücken stieg, ist es wohl absehbar, dass wir gegen Ostern – Wikipedia lässt da Raum für Rechenspiele – Entennachwuchs feiern dürfen.

Madame hat bei Stockentens das Sagen.

Madame hat bei Stockentens das Sagen.

 

Monsieur putzt sich sein Gefieder und denkt sich den Rest.

Monsieur putzt sich sein Gefieder und denkt sich den Rest.

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Bundespräsicasting: Ein Gauck für alle Fälle

Bundespräsi und kein Ende. Als hätten wir keine Probleme auf diesem Planeten und sogar in unserem Land, die wichtiger wären als ein fast ausschließlich repräsentatives Amt mit prima Altersvorsorge. Und eigentlich sind sich alle einig: jetzt soll es der Jojo Gauck machen, dieser sympathische Grollopa mit dem Knautschgesicht.

In dieser Personalie haben die Parteien im Grunde einen Konsens erzielt. Die Grünen wollen Gauck, weil sie Mutti Merkel ärgern wollen, denn Gauck ist der Kandidat der SPD. Die wiederum hatte Gauck 2010 als Kandidaten aufgestellt, obwohl klar war, dass die Mehrheit der Bundesversammlung für Wulff stimmen würde. Man hatte also nie damit gerechnet, dass der ehemalige Chef der gleichnamigen Behörde jemals wirklich Bundespräsident werden könnte – es ging lediglich darum, Wulff den Start möglichst schwer zu machen. Legitim, Mission gelungen. Als Wulff jetzt zurück trat, befanden sich die Gabrielisten in der Bredouille: den eigenen Kandidaten von 2010, der jetzt plötzlich für viele wie eine Offenbarung erschien, konnte man nicht ohne einen riesigen Gesichtsverlust ablehnen. Also musste er wieder unterstützt werden…

…eine Steilvorlage für die Mutter der Nation, Angela Merkel. Die darf sich freuen über einen Bundespräsidenten, der der Union inhaltlich um Meilen näher steht als der Sozialdemokratie oder sogar den Grünen. Also wurde, nach ein wenig Theaterdonner, flugs zugestimmt, den Joachim zu nominieren. Bitte rufen Sie nicht mehr an, habermas papam. Der große Gewinner der Bundescastingshow: die FDP. Denn Gauck hat sich bisher gern in Tenören geäußert, die den Liberalen gut gefallen dürften. Kein Wunder, dass es an der sozialdemokratischen und grün-alternativen Basis etwas rumort. Aber passiert ist passiert, da kannst Du nix mehr dran tun.

Richtig laut wird nur die Linke. Naturgemäß, möchte man meinen, schließlich ist es die Aufgabe der Gauck-Behörde, die vielfältigen Verbrechen der SED-Diktatur in der DDR aufzudecken. Wenn man so will, ist der Gauck also der natürlich Fressfeind der Linken, der schon so manchem Genossen den Wandel vom Saulus zum Paulus verdorben hat. Klar, so einen will man nicht als Bundespräsident. Denn das Signal, das davon ausginge, wäre für die Linke fatal. Eventuell würden die Stasiverbrechen zukünftig ja sogar Berücksichtigung in der Öffentlichkeit finden, anstatt – wie bisher – als bloße Statistiken maximal in der Fachliteratur erwähnt zu werden. Für die Linke ist es also überlebenswichtig, Gauck von Beginn an zu demontieren. Nicht, dass hinterher jemand in Thüringen oder MeckPomm bemerkt, dass er jahrelang Erichs Enkel gewählt hat.

Die Linke will also einen eigenen Kandidaten ins Spiel bringen. Und wen? Peter Sodann, einen mäßig bekannten Volksschauspieler, hatte man bereits 2009 bei der regulären Wahl des Bundespräsidenten verheizt. Nächster auf der Liste derjenigen, die sich für die Partei ihren Namen ruinieren lassen sollen, ist der Kabarettist Georg Schramm. Zumindest geistert dieser Name seit heute durch die Medien. Ob Schramm bereits gefragt wurde? Wohl nicht. Sonst wäre es ja kein Gerücht.

Bliebe noch Plan M. Weiteren Gerüchten zufolge will man stattdessen Margot Honecker ins Rennen schicken. Das Problem dabei ist, dass die Lufthansa die Bonusmeilen von Interflug nicht anerkennen will und Margot die verdammten Goldbarren aus dem Volksvermögen nicht in Bargeld umgetauscht bekommt. Tendenz: wird nix. Ich weiß gerade auch nicht, ob Frau Honecker hierzulande nicht sogar noch gesucht wird. Immerhin war ihr Handeln zur DDR-Zeit höchst kriminell. Aber das ist bei Diktators ja so usus.

Drücken wir Joachim Gauck also die Daumen. Er soll Bundespräsident eines Volkes werden, das Neiddebatten liebt, sich mit Vorliebe in Thematiken verbeißt und die SED-Nachfolgepartei für eine demokratische Angelegenheit hält. Ich würde den Job nicht machen wollen. Nicht für diese Leute.

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Die vier Stufen der Weltreflexion

Unsere Welt ist weit davon entfernt, perfekt zu sein oder wenigstens ansatzweise gerecht. Und ständig gibt es Gründe – oder zumindest Anlässe – um sich über irgend etwas aufzuregen. In letzter Zeit habe ich häufiger darüber nachdenken müssen, wie man mit Missständen umgehen sollte und kann. Auch darüber, wo ich selbst stehe. Das Ergebnis: man kann die Reflexion der Welt, den Umgang mit unserer Gesellschaft, wohl in vier Stufen einteilen:

1. Stufe: Alles ist rosarot. Das Leben ist eine Party, und solange das Sky-Abonnement läuft, der Leasing-VW vor der Tür steht, das neueste iPhone aufgeladen auf dem Tisch liegt und im CD-Regal nur Topstars zu finden sind, ist alles in bester Ordnung. Man schwimmt mit auf der Kommerzwelle, trägt bevorzugt Klamotten von Jack Wolfskin und freut sich als Norddeutscher über Bayern-Siege, obwohl man noch nie in München im Stadion war. Ich fürchte, dass der Großteil unserer Gesellschaft so tickt.

2. Stufe: Man hat kapiert, dass da einiges schräg läuft in unserer Welt. Aber das wird nicht negativ bewertet, sondern man versucht, seinen eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Schließlich sei es clever, das System zu verstehen und zu nutzen. Gewissensprobleme gibt es keine – schließlich ist die Welt wie sie ist. Sich daran zu stören gilt als dumm. Ich vermute, dass besonders in unseren “Führungsschichten” viele Menschen zu finden sind, die sich auf dieser Stufe befinden.

3. Stufe: Das ist die kraftraubende Kampfphase. Die Missstände werden erkannt, das eigene Unrechtsbewusstsein rebelliert. Man versucht gegen das Unrecht anzukämpfen und reibt sich regelmäßig daran auf – nicht zuletzt, weil man es ständig mit Menschen zu tun hat, die auf Stufe eins oder zwei stehen. Der Kampf gegen die Windmühlen ist in der Regel nicht zu gewinnen. Auf dieser Stufe finden sich regelmäßig junge und idealistische Menschen wieder.

4. Stufe: Man weiß um die Fehler im System und lehnt sie ab, hat aber auch die Sinnlosigkeit gegen Mauern anzurennen verstanden. Stattdessen bemüht man sich darum,  selbst sauber zu bleiben. Man verhält sich seinen Mitmenschen gegenüber korrekt, hält die eigenen moralischen Ansprüche ein. In Gesprächen vertritt man konsequent seine Meinung, aber der Missionierungswille der dritten Stufe fehlt bereits zu einem Großteil. Er ist oft aber auch unnötig, weil der persönliche Freundeskreis mittlerweile zu einem guten Teil aus Menschen besteht, die es ähnlich sehen.

Wo stehe ich? Viel zu oft noch auf der dritten Stufe, aber mit der Hoffnung, irgendwann einmal weise genug für Stufe vier zu werden. Wo seht Ihr Euch?

 

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Hermes kann lesen: eine späte Reaktion

Hund in Not: viele Tiere benötigen konstante Unterstützung.(Dieser Artikel ist ein Nachtrag zum vorherigen Blokartikel “Versand kommt von versanden – wie Hermes zweieinhalb Wochen für zwei kleine Sendungen benötigte“. Noch einmal Danke an Tante Mathilda, die auch diesen zweiten Teil verfasste und mir zur Veröffentlichung überließ!)

Hermes scheint irgendwie auf diesen Blog gestoßen zu sein, anders lässt sich diese überraschend persönliche und  auf die Problematik eingehende Antwort nicht erklären:

Sehr geehrter Herr W., 

wir entschuldigen uns ganz herzlich bei Ihnen für den Ärger der vergangenen 2 Wochen. Das spiegelt in keiner Weise unseren Servicestandard wider.

Als kleine Wiedergutmachung würden wir gerne dem Tierheim 20 € zukommen lassen.

Bitte teilen Sie uns mit, ob das in ihrem Sinne ist. 

Mit freundlichen Grüßen

Natascha G.

Community Support

Reklamationsmanagement

Kundenservice

Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH

Mit einer solchen Reaktion habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Es ist das erste Mal, dass Hermes gelesen hat, was ich geschrieben habe, denn man hat bemerkt, dass ich keinen Wert auf einen Gutschein für mich lege.

Das Angebot dem Tierheim eine Spende zukommen zu lassen, werde ich auf jeden Fall annehmen. Denn so stur bin ich dann doch nicht, dass am Ende die Tiere und das Tierheim, die sich immer über Unterstützung freuen, darunter leiden müssten. Allerdings finde ich 20 Euro für ein Unternehmen der Größe Hermes’ doch etwas mickrig. Vielleicht schlage ich der Firma eine Tierpartnerschaft für einen schwer vermittelbaren Problembewohner vor? Davon hätten dann beide Seiten etwas – das Tierheim, weil man die Kosten für den Dauergast auffangen könnte. Und Hermes, weil es eine tolle Werbung ist, auf diese Art und Weise deutlich zu machen, dass es ihnen Ernst ist mit der Entschuldigung.

Ob ich allerdings so schnell wieder mit Hermes ein Päckchen versenden werde, bleibt auch weiterhin dahingestellt. Ich werde erst einmal rein passiv, als Empfänger, beobachten, wie sich die Sache entwickelt.

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